Impressionen Ausstellungseröffnung

db 17. Mai 2016

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"Hoffnung auf ein besseres Leben"




Entstehungsgeschichte „Hoffnung auf ein besseres Leben“

„Kopf kaputt!“. Das ist eine Aussage, die jeder, der mit Asylbewerbern arbeitet fast täglich zu hören bekommt. Zu diesem „Kopf kaputt“ kommen noch „ich die ganze Nacht nicht schlafen, weil viele denken…“ und „so viele Kopfschmerzen…“ mit dazu. Diese Phrasen, so hat man das Gefühl, lernt ein neu Angekommener in Deutschland sehr schnell. Sie beschreiben wohl auch den Dauerzustand in dem sich die meisten Kriegsflüchtlinge im Exil befinden.

Seit September 2015 sind Kim Köstler und Barbara Nickl als pädagogische Fachkräfte in den Berufsintegrationsklassen (BIJ/V) für jugendliche Asylbewerber an den Berufsschulen Weiden und Neustadt a.d. Waldnaab tätig. Da sie sehr eng mit den Jugendlichen zusammenarbeiten, hören sie die oben genannten Aussagen fast täglich. In vielen Einzelgesprächen erfahren sie, was hinter diesen Aussagen steckt  und warum denn der Kopf immer kaputt ist. Diese Erzählungen stehen (teilweise) im starken Kontrast zu den vielzähligen Medienberichten und den öffentlichen Debatten an Stammtischen und in den sozialen Netzwerken, in denen Flüchtlinge als Sozialschmarotzer und Kriminelle in ein schlechtes Licht gerückt werden.  In den persönlichen Gesprächen und im Schulalltag wird aber klar, dass die Jugendlichen ganz normale Jugendliche mit den gleichen Wünschen, Träumen und Ängsten wie jeder andere Mensch auch sind. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, einen guten Job, eine Familie, glücklich sein und in Frieden und Sicherheit leben zu können, stehen dabei ganz groß im Vordergrund.

Diese Gedanken, die die Köpfe immer so kaputt machen, sichtbar zu machen, war das Ziel dieses Projekts, das als freiwilliges Ferienprojekt in den Faschingsferien mit allen Beteiligten gestartet hat. Neben gemeinsamen Treffen in den Räumen der VHS, standen auch Besuche bei  Pflegefamilien und der Besuch in einer Einrichtung der Jugendhilfe auf dem Programm. Die Geschichten und Zitate wurden in verschiedenen Gesprächen mit den Jugendlichen gesammelt. Die Zeit vor der Flucht sollte auch mit einbezogen werden, weshalb die Jugendlichen Fotos aus ihren Heimatländern präsentieren konnten.

Die Stellwände produzierten Leonhard Dietrich und ??? mit Unterstützung von Thomas Deppisch und Schülern der Klasse BIJ/V-H 2 des Beruflichen Schulzentrums Neustadt a.d. Waldnaab.

Die Ausstellung "Leere Räume. Geplatzte Träume"

zeigt fotografische Ausschnitte aus Flüchtlingslagern in Bulgarien. Sie erzählt von Menschen, die sich in einem unsicheren Wartezustand befinden. Sie wollen weiterreisen, dürfen es aber offiziell nicht. Denn sobald Flüchtlinge Bulgarien erreichen, haben sie die EU-Außengrenze überwunden. Laut geltendem Recht muss der Staat, in den der Flüchtling eingereist ist, das Asylverfahren durchführen. Für die meisten Flüchtlinge ist Bulgarien aber nicht das eigentliche Ziel. Die bulgarische Politik setzt auf strenge Grenzkontrollen und eine Politik der Abschreckung. Dies macht Bulgarien zu einer Kampfzone, die Flüchtlinge auf ihrem Weg in den Westen durchqueren müssen.

 Die Kulturwirtin Antonia Smokova hat die Fotoausstellung während eines dreimonatigen Aufenthaltes bei Arbeit und Leben Bayern in Weiden konzipiert. Ihr Stipendium wurde durch das Programm „Europa gestalten“ finanziert, mit dem die Robert-Bosch-Stiftung und die Bundeszentrale für politische Bildung den Austausch zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren in Deutschland und Südosteuropa fördert. Die Ausstellung ist Teil des Projektes borders of compassion (Grenzen des Mitgefühls), das sich an die bulgarische Bevölkerung richtet und mit Hilfe der Darstellung von Einzelschicksalen Empathie für die Situation von Flüchtlingen wecken will. Mehr Informationen unter: www.bordersofcompassion.eu

Die Ausstellung verwendet Fotografien von Carlie Fuentes, die als Ehrenamtliche in Flüchtlingslagern in Bulgarien gearbeitet hat, der bekannten bulgarischen Bürgerrechtsaktivistin Mila Bobadova und dem britischen Fotografen Simon Davies. Die meisten der ins Deutsche übertragenen Aussagen stammen von Interviews, die Simon während seiner Arbeit als Ehrenamtlicher in bulgarischen Flüchtlingslagern geführt hat. Mehr Informationen über die Co-Autoren gibt es auf Facebook unter Carlie Fuentes; Simon Davies Visual Artist; und Kozata Ani (Mila Bobadova). 


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