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Frauenleiden kein Tabuthema

as 22. März 2019

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Weil viele Frauen über Unterleibsschmerzen nicht gerne reden, werden Krankheiten oft verschleppt. Bei der Gesundheitsveranstaltung des Fördervereins für Schwerkranke wurde offen darüber gesprochen.




Weiden. (sbü) Schmerzhafte Erkrankungen im Unterleib von Frauen waren Thema der 11. Gesundheitsveranstaltung des Fördervereins für Schwerkranke. Dazu referierten der Chefarzt der Frauenklinik in Weiden, Dr. Albert Roßmann, und der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Kliniken Nordoberpfalz, Dr. Anton Scharl. In den Vorträgen wurde über Blutungsstörungen der Gebärmutter und über die Endometriose gesprochen. An beiden, nicht seltenen Krankheiten leiden Frauen vor den Wechseljahren und beide sind oft mit erheblichen Belastungen im Alltag verbunden.

An Endometriose sollen laut Scharl jährlich in Deutschland 40000 Frauen erkranken. Auch Zuhörerinnen des Vortrags bekannten sich als Betroffene. Und über die Blutungsstörungen der Gebärmutter sagte Referent Roßmann: „Es handelt sich um die häufigste Diagnose beim Frauenarztbesuch.“ „Bei Blutungsstörungen der Gebärmutter dauert der Menstruationszyklus nicht drei bis sieben Tage, sondern oftmals länger als zehn Tage“, erläuterte der Chefarzt.

Hormonstörungen oder organische Ursachen wie Polypen oder Myome könnten diese verursachen. In rund siebzig Prozent der „Polypenfälle“ komme es zu Blutungsstörungen. Ausgeschlossen werden müsse, „dass etwas Bösartiges dahinter steckt“, sagte Roßmann. Um die Untersuchung beim Frauenarzt leichter zu machen, sollte im Verdachtsfall ein Zykluskalender geführt werden. Konventionelle Operationsverfahren wurden zunehmend durch minimalinvasive Verfahren abgelöst. Anhand von Bildern zeigte Roßmann Behandlungsmethoden wie die Entfernung oder das „Verschmoren“ der Gebärmutterschleimhaut.

Details zur Endometriose waren dann von Klinik-Direktor Scharl zu erfahren. Die Krankheit trete dann auf, wenn „sich an einer falschen Stelle im Körper eine Gebärmutterschleimhaut bildet“, erklärte der Mediziner. Theoretisch könne das überall sein. Anders als im Regelzyklus der Gebärmutter könne eine sich außerhalb bildende Schleimhaut nicht abgeleitet werden und verkruste und bilde Zysten. Über Ursachen der Endometriosen würde noch viel spekuliert. „Behandlungen sind oft schwieriger als bei Krebsoperationen“, stellte Scharl fest, sagte aber deutlich: „Es ist aber kein Krebs.“ Scharl bedauerte, dass im Schnitt sieben Jahre vergingen, bis Schmerzen einer Endometriose richtig diagnostiziert würden. „Diese späten Diagnosen müssen wir verhindern“, betonte er abschließend.

Begrüßt wurden die Zuhörer durch Waltraud Koller-Girke, Vorsitzende des Fördervereins für Schwerkranke. Moderatoren waren Dr. Stephanie Kuchlbauer und Dr. Tobias Müller. Das Grußwort sprach als Schirmherr Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Mitveranstalter waren Kliniken Nordoberpfalz AG, AOK Weiden, Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst und die VHS WeidenNeustadt/WN.

Referenten, Moderatoren, Veranstalter und Schirmherr des Vortragsabends über Frauenleiden (sitzend) Tobias Müller, Dr. Stephanie Kuchlbauer, Dr. Albert Roßmann, Dr. Anton Scharl sowie (stehend) Elke Lauterbach, Jürgen Spickenreuther, Martin Neuhaus, Waltraud Koller-Girke, Kurt Seggewiß und Angelika Meindl. Bild: Bühner

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