PresseberichteFreuen sich auf das neue „Schuljahr“( v.li.): Kurt Seggewiß, Stefanie Freitag, Stefan Frischholz, Angelika Meindl, Leonhard Dietrich, Harald Krämer und Andreas Meier.

Das Programm der 10. Oberpfälzer Psychiatrietage ist fertig. Thomas Fehr, Leiter der Vorbereitungsgruppe, sowie die VHS-Fachbereichsleiter Angelika Meindl und Harald Krämer (von links) präsentieren es.

Psychiatrie in allen Facetten

as 21. Januar 2019

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In der Psychiatrie hat sich in den letzten Jahren sehr viel verändert. Doch die Digitalisierung liefert eine neue Herausforderung, wie die 10. Oberpfälzer Psychiatrietage am 26. und 27. März zeigen werden.




Weiden. (sbü) Eine weitere Großveranstaltung kündigt sich in der MaxReger-Stadt an: Am 26. und 27. März finden die 10. Oberpfälzer Psychiatrietage statt. Teilnehmen sollen alle, die auf irgendeine Art und Weise mit der Behandlung psychischer Erkrankungen zu tun haben oder die an diesen Themen interessiert sind. Mehr als 300 Teilnehmer werden erwartet. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen durch die VHS WeidenNeustadt und die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Nordoberpfalz (PSAG). Das Veranstaltungsprogramm wurde jetzt vorgestellt. Es trägt die Überschrift „Psychische Gesundheit 4.0“. Zwei Tage lang gibt es Vorträge bekannter Experten aus der Psychiatrie und ihrem Umfeld sowie vierzig Einzelworkshops. Der Leiter des Vorbereitungsteams Thomas Fehr (PSAG) fasst die Thematik zusammen: „Was kann die Sozialpsychiatrie dafür tun, die Menschen im digitalen Wandel zu unterstützen?“ Strategien sollen nicht nur die Folgen beseitigen oder lindern, sondern sicherstellen „in diesem Veränderungsprozess gesund zu bleiben“.

Veränderungen ängstigen

Fehr weist auch darauf hin, dass nicht wenige Menschen vor Veränderungen Angst haben. „Das führt zu Reparaturbewegungen beim Einzelnen und in der Gesellschaft, die auch das Thema Gewalt, Sucht oder psychische Erkrankungen beinhalten können. “ Das Tagungsthema sei sehr umfassend, stellt VHS-Fachbereichsleiter Harald Krämer fest und verweist darauf, dass sich Digitalisierung auf fast alle Lebensbereiche auswirkt. Den Eröffnungsvortrag hält der Münchener Sozialpsychologe Professor Heiner Keupp. Referenten sind unter anderem auch der Ärztliche Direktor des Bezirksklinikums Wöllershof Dr. Markus Wittmann und Chefarzt Dr. Christian A. Rexroth. Beispiele für Themen in den Workshops am ersten Tag sind „Beschleunigung ohne Ende – Erschöpfung ohne Ende“, „Sucht und Gesellschaft“ oder auch „was das Altern wirklich braucht?“. Es geht aber auch um Strafvollzug, Werkstätten für behinderte Menschen, um Suizidalität im Alter, um Bindungsverhalten oder um Körperideale in ihrer Auswirkung auf die Entstehung psychischer Störungen. Jeder Workshop wird von Fachexperten geleitet. Im Programm werden alle Themen ausführlich vorgestellt. Der zweite Tag widmet sich stärker dem Wandel in der Sozialpsychiatrie selbst. „Zuhören und verstehen wollen auf Augenhöhe“ steht dazu als Überschrift einer Podiumsdiskussion im Programmheft. Laut Veranstaltungsleiter Fehr geht es auch um Austausch von Angehörigen, Therapeuten und Betroffenen.

Dennoch viele Stigmata

Fehr sieht in der jüngsten Vergangenheit auch einen grundsätzlichen Wandel im Umgang mit psychischen Erkrankungen. Viel offensiver würde heutzutage mit psychischen Erkrankungen umgegangen. Aber vor allem in der Arbeitswelt gebe es noch manchen Missstand. Ein Beispiel für eingetretene Veränderungen in den psychiatrischen Methoden sei die „EX/ IN-Genesungsbegleiter“, bei der ehemals Betroffene den „akut Kranken“ Hilfestellung geben. Hierüber und über viele andere Themen wird es auch am zweiten Workshop-Tag geben. Wieder tauchen Themen mit zentraler Bedeutung in der Psychiatrie auf, so zum Beispiel „Trauma, mehr als eine Modediagnose“, „Ambulant vor stationär“ oder „Präventive Ansätze zur seelischen Gesundheit in turbulenten Zeiten“. Gesprochen wird auch über Wohnumfeldgestaltung für Demenzkranke, über Suchthilfe oder das Achtsamkeitstraining. Parallel zum Veranstaltungsprogramm gibt es die Ausstellung „Ganz schön krank“ und Präsentationsstände „Marktplatz der Möglichkeiten“. Veranstaltungsorte sind die Max-Reger-Halle und die VHS in Weiden.


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