Evangelisches Bildungswerk, Oberpfalz e.V.
Im Rahmen der Langen Nacht der Demokratie lädt der Abend der Religionen unter dem Titel „Aufstehen – Aufeinander zugehen“ zu Begegnung, Austausch und gegenseitigem Kennenlernen ein. Vertreterinnen und Vertreter der muslimischen, christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften in Weiden geben Einblicke in ihre Traditionen, Werte und spirituellen Schätze. Die Veranstaltung möchte Brücken bauen, Vorurteile abbauen und zeigen, was Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen verbindet. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Herausforderungen setzt der Abend ein Zeichen für Respekt, Frieden und ein gelingendes Miteinander. Mit persönlichen Begegnungen, Gesprächen und dem gemeinsamen Gedanken von „Shalom“ – Frieden sind alle Interessierten herzlich eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen und aufeinander zuzugehen.
Forumtheater ist eine theaterpädagogische Methode, die von dem brasilianischen Theaterpraktiker Augusto Boal entwickelt wurde. Im Mittelpunkt steht eine kurze Szene, in der ein Konflikt sichtbar wird und zunächst ungelöst bleibt. Im zweiten Durchgang ist das Publikum eingeladen, selbst aktiv zu werden: Zuschauerinnen und Zuschauer können auf die Bühne kommen, eine Rolle übernehmen und darstellen, wie sie die Situation ändern würden. So entsteht ein lebendiges Theaterformat, bei dem demokratisches Handeln unmittelbar erfahrbar wird. Gemeinsam wird erprobt, wie Konflikte mit Dialog, Perspektivwechsel und respektvollem Miteinander anders gelöst werden könnten. Dem Auftritt geht ein Workshop voraus, in dem die Themen und Szenen entwickelt werden. Ausgangspunkt sind meist eigene Erfahrungen oder beobachtete Alltagssituationen der Teilnehmenden. Durch Improvisation entstehen daraus Dialoge und Szenen für die spätere Aufführung. Nebenbei werden grundlegende schauspielerische Techniken vermittelt, damit sich alle Beteiligten auf der Bühne sicher fühlen.
Warum eskalieren Diskussionen online oft so schnell? Was machen Algorithmen mit unseren Emotionen? Und "was darf man eigentlich noch sagen?" – Bei dieser Podiumsdiskussion gehen wir der Frage nach, ob wir überhaupt noch streiten können, ohne einander fertig zu machen. Vier Stimmen aus Journalismus, junger politischer Lebenswelt, Zivilgesellschaft und Medienpsychologie bzw. Soziologie kommen hier zu Wort. Oberpfalz Medien bringt die journalistische Perspektive ein: Welche Verantwortung tragen regionale Medien? Wie gelingt faktenbasierte Einordnung? Und wie gehen Redaktionen mit Hass, Kommentaren und aufgeheizten Debatten um? Katharina Diertl von der Jungen Union spricht aus der Perspektive junger Menschen und der digitalen Lebenswelt: Wie fühlt sich politische Debatte online wirklich an? Warum ziehen sich viele zurück? Und was braucht es, damit junge Menschen sich weiterhin einmischen? Die psychologische oder soziologische Perspektive, vertreten durch Philipp Reich von T1 Tirschenreuth, fragt danach, warum Debatten eskalieren, wie digitale Räume Emotionen verstärken und welchen Einfluss Algorithmen auf Wahrnehmung, Empörung und Zusammenhalt haben. Aus der Zivilgesellschaft bzw. Bildungsarbeit kommt der Blick auf Streitkultur, Dialogfähigkeit und Demokratie als Lernprozess hinzu – auch mit Blick darauf, welche Rolle Künstliche Intelligenz künftig für Meinungsbildung und gesellschaftliche Debatten spielen kann. Ergänzt wird die Podiumsdiskussion durch Impro-Theater-Szenen aus dem echten digitalen Leben sowie durch Raum für Fragen aus dem Publikum. Die Veranstaltung lädt dazu ein, zuzuhören, mitzudenken und sich einzumischen – denn Demokratie lebt vom Mitmachen.
